Suche
  • Robin Wolf

Vanlife: Hallo Toni!

Aktualisiert: Juli 9

Moin, von Fehmarn!

Wer ich bin? Mein Name ist Robin Wolf und stolzer Besitzer zweier Hunde. Ich bin glücklich mit Isabell verheiratet. (sie glücklich; ich verheiratet) Und in diesem Blogbeitrag möchte ich euch erzählen wie Toni in unser Leben trat.

Über den großen Teich

Isabell und ich planten 2019 einen Trip durch die USA. Entlang der Ostküste, rüber bis San Francisco, hoch nach Chicago und später nach New York. Ende September dann zurück nach Deutschland und anfangen zu studieren. So der Plan.

Tatütata Schlamassel

Ich habe lange überlegt, ob ich das hier nicht unter „Krankenhausaufenthalt“ zusammenfassen sollte oder den Absatz komplett streiche. Ich entschied mich dagegen.

Fünf Tage bevor der Flieger nach New York startete, in dem wir sitzen sollten, kam ich mit der Diagnose Angst- und Panikstörung in ins Krankenhaus. Wir verpassten unseren Flug und ich verbrachte die Zeit lieber im Krankenhaus. Es war keine schöne Zeit, aber es war das Beste, was mir passieren konnte. Ich entdeckte die Spiritualität für mich. Ich bekam eine neue Perspektive auf das Leben.

Wochen später mit den Entlassungspapieren und der Epikrise in der Hand wartete ich auf meinen Abholservice. Noch nie zuvor war ich glücklich und gleichzeitig ängstlich wie in dieser Situation. Ich freute mich wie wild in meinem eigenen Bett zu schlafen. Isabell gabelte mich auf und wir fuhren nach Hause. Der Winter stand vor der Tür und wir und entschieden uns das Vorhaben, durch die USA zu touren in die Zukunft zu verschieben.

Glücklicherweise bekamen wir das gesamte Geld von der Fluggesellschaft erstattet. Da wir die Unterkünfte Vorort buchen wollten machten wir wenig Miesen.

Axl Heck sei Dank

Ich entschloss mich mein Leben zu ändern. Tag ein Tag aus so weiter machen war keine Option. In den Trott einsteigen und in ein paar Monaten wieder im Krankenhaus landen? Nö! In "The Middle" wohnt der älteste Sohn Axl in einem Caravan während seiner Studienzeit. Da das Thema Studium für mich damals nicht gänzlich vom Tisch war dachte ich: Das ist eine klasse Idee: Niemals zu spät zur Vorlesung kommen.

Nur wenig Überzeugungskraft war nötig Isabell mit ins Boot zu holen. Das Ersparte der USA Reise reichte als Kapital für einen Van aus. Der Idee Vollzeit- Gypsie zu werden stand nichts mehr im Wege. Noch am selben Tag begannen wir das Internet nach einem geeigneten Van zu durchforsten. Wir stießen auf den Begriff Alkoven. In dieser Bauvariante befindet sich ein Bett über der Fahrerkabine. Wenige Tage später schauten wir uns die ersten Alkoven in der Gegend an, aber der Funke sprang nicht über. Vier Wochen später fanden wir einen geeigneten auf Ford-Basis. Wir machten sofort eine Anzahlung. Wir waren mehr als happy! Als der Fahrzeugbrief kam, bestätigten sich jedoch unsere Zweifel. Zu dem Berg aus Kompromissen, die wir eingingen, war der jetzige Besitzer, der das Fahrzeug verkaufte, nicht der letzte Halter im Fahrzeugbrief. Die ganze Sache war uns schließlich zu dubios und wir traten vom Kaufvertrag zurück. Die Suche begann von Vorne. Zum Glück, denn sonst hätten wir nie Toni kennengelernt.

Toni erschien auf der Bildfläche

Ich kam gerade von meinem Nebenjob nach Hause, als mein Handy bimmelte. Eine neue Anzeige wurde veröffentlicht, passend zu meinen Suchkriterien. Mein Herz blühte auf als ich den Preis sah. Er war in unserem Rahmen. Yes! Ich rief sofort an und die Frau am Telefon sagte mir, ich wäre der siebte Anrufer in fünf Minuten. Der erste Interessent wollte gleich morgen um acht kommen, um ihn sich anzuschauen. Meine Gedanken rasten schneller als ein Speedboot mit Wodka im Tank. Ich zeigte Isabell die Bilder und sie war ebenso begeistert. Ich bot der Frau an den verlangten Preis sofort bar zu bezahlen, wenn wir den Caravan heute Nacht noch holen könnten. (Es lagen zum Glück die 20.000 Euro aus dem missglückten Geschäft mit dem Ford bei uns Zuhause rum). Nach kurzem Zögern sagte sie zu. Wir packten das nötigste zusammen und eierten gegen 23 Uhr los in Richtung Friedrichshafen.

Um kurz nach 3 Uhr in der Nacht kamen wir an. Wir klingelten kurz durch und ein Mann mit Hund kam raus. Wir verstanden uns nach wenigen Minuten glänzend und der Caravan (ein Fiat Ducato Granduca) war so, wie auf den Bildern abgebildet. Tipi Topi! Der Besitzer erklärte uns 2 Stunden lang im Detail wie alles funktioniert. Gemerkt habe ich mir davon nur einen Bruchteil. Mein Hirn war Matsch. Um sechs Uhr in der Früh starteten wir wieder Richtung Fulda. Euphorisch und mit null Ahnung wie man so ein Ding fährt, saß ich alleine hinter dem Steuer. Der Wind zog mich auf Brücken hin und her. Es regnete in Strömen, aber mein Wille zu überleben war größer als die Naturgewalten in diesem Moment. Lebend kamen wir mit Toni nach 5 Stunden Fahrt und einer Umleitung über Russland Zuhause an. Ich parkte das Monstrum in der Auffahrt und ging wieder Arbeiten.

Am Abend fiel ich glücklich und tot ins Bett.



84 Ansichten

Tel: 0173 3229645